Bundesstrafgericht

Anerkennungspreis – Constructive Alps 2017

Das Gebäude verankert eine öffentliche Funktion in den Bergen. Der Neubau des Schweizer Bundesstrafgerichts von Bellinzona im Tessin erweitert den neoklassizistischen Kopfbau, der als Haupteingang erhalten bleibt. Die Betonmauern, die in weisser Unschuld strahlen, führen die alte Fassade in zeitgenössischer Abstraktion weiter. Die Architekten organisieren die Erweiterung diszipliniert um den Gerichtssaal. Zwei Lichthöfe schaffen Durchblicke und Orientierung im dichten Raumgefüge. Der Gerichtssaal ist der architektonische Höhepunkt, der wie ein Gegenpol zur glatten Fassade wirkt. Wie im kleinen Gerichtssaal überwölbt eine pyramidenförmige Kuppel den Raum. Sie fängt das Licht von oben ein. Ornamente verzieren die schräg zulaufenden Wände und verbessern die Akustik. Die Formenvielfalt stammt aus computergesteuerter Fertigung. Das Gebäude verdichtet das Zentrum und stärkt den Platz. Es verquickt Alt und Neu und wagt im Innern ein architektonisches Experiment. Die Konstruktion ist dauerhaft und flexibel für die Zukunft. Und bei alledem garantiert das Minergie-P-Eco-Zertifikat tiefe Energiewerte und gute Umweltverträglichkeit. Andres Herzog / Hochparterre

Bundesstrafgericht, 2013
Viale Stefano Franscini 7, CH-Bellinzona

  • Bauherrschaft: Schweizerische Eidgenossenschaft
  • Architektur: Bearth & Deplazes, CH-Chur, und Durisch + Nolli, CH-Massagno
  • Statik: Jürg Buchli, CH-Haldenstein, Ingenieurgemeinschaft Edy Toscano, CH-Rivera, Conzett / Bronzini / Gartmann, CH-Chur
  • Baukosten: € 33.5 Mio.
  • Energiekennzahl: 16.1 kWh / m2a