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Berghütte l’Aigle

Anerkennungspreis – Constructive Alps 2015

Das Bergmassiv La Meije liegt im Herzen des Nationalparks Ecrins in den französischen Alpen, sechs Stunden zu Fuss über der Zivilisation. Die Berghütte ist eine der höchsten Europas und thront auf 3440 m ü.M. atemberaubend über dem felsigen Abgrund. Sie ersetzt einen maroden Altbau von 1910. Doch ganz vergessen ist die Vergangenheit nicht. Nachdem sich die Bevölkerung gegen den Abbruch gewehrt hatte, entschied der Bauherr, der französische Alpenclub, das Holz der alten Hütte weiter zu verwenden und eine neue Hülle darum herum zu bauen. Auf kleinstem Raum schafft das Haus Platz für 30 Alpinisten, die sich in Stockbetten vom anstrengenden Aufstieg erholen. Auch die Konstruktion ist am Limit. Das Gebäude trotzt dem garstigen Wind, der mit 250 Stundenkilometern um die Fassaden pfeift, und dem Schnee, der tonnenschwer auf das Dach drückt. Mikropfähle verankern das Haus im Felsen. Die Konstruktion besteht aus massiven Holzplatten, die Boden, Wände und Dach ausbilden. Sie wurden im Tal zusammengebaut und mit dem Hubschrauber hochgeflogen. Holzwolle isoliert das Gebäude gegen die Minustemperaturen, das Dach ist mit Aluminiumplatten verkleidet. Holz und Stahl prägen die einfachen Innenräume. Das Gebäude funktioniert autark, abgesehen vom Gas für die Küche. Solarkollektoren und PV-Module versorgen es mit Energie. Und sollte der Bau einmal nicht mehr gebraucht werden, kann er problemlos demontiert und die Bergspitze wieder der Natur überlassen werden.

~ Andres Herzog / Hochparterre

Architektur: Atelier 17C, Barraux
Bauherrschaft: Fédération Française des Clubs Alpins et de Montagne
Baukosten: 1 Mio. EUR

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