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Casa Alfio

Der Amerikaner Ken Marquardt hat ein Ziel: Er will die mittelalterliche Steinarchitektur in Italien erhalten und wiederbeleben. Dafür hat er 2001 die ‹ Associazione Canova › gegründet, die Seminare und Ausstellungen organisiert.  Eines der Projekte ist die Häusergruppe Ghesc in Montecrestese im Piemont. Sie liegt seit hundert Jahren verlassen und idyllisch in der Landschaft,  erreichbar nur zu Fuss. Nun soll sie wieder instand gestellt werden. Den ersten Schritt macht die Casa Alfio. Zwei Mitglieder der Organisation kauften die verfallene Ruine und bauten sie mit viel Liebe und wenig Geld zu ihrem Wohnhaus um.

Das Resultat ist suffizient: Wenig Fläche, kaum Technik, geheizt wird mit einem Ofen aus Eisen, der mit Holz aus dem Wald befeuert wird. Die Inneneinrichtung ist einfach, aber stimmig. Passgenau wie einst sitzt das Haus im steilen Hang und zeigt, wie verlassene Dörfer mit einfachen Mitteln revitalisiert werden können. Das Wohnhaus dient auch als Unterschlupf für Studierende, die während ihrer Workshops in Ghesc mitanpacken. Sie schichten unermüdlich Steine, richten Gewölbe oder Treppen wieder her und fällen Bäume, die in den Stuben der alten Häuser wachsen. So wirken sie dem Verfall der  Steinbaukultur entgegen. Und lernen jenseits von Warenflüssen und Geldverkehr eine Lektion fürs Leben: wie man zupackt und mit der Kraft des eigenen Körpers Neues schafft und Altes bewahrt.

~ Andres Herzog

Casa Alfio – Villaggio laboratorio di Ghesc, 2011
Bauherrschaft: Associazione Canova
Architektur: Paola Gardin
Baukosten: € 25 000
Energiekennzahl: 93 kWh / m2a

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