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Neun neue Aufzuchtställe

Die Bauern in den Bergen müssen näher zusammenrücken, wenn sie überleben wollen. Nach diesem Leitspruch betreibt der Gemeindeverband Haute Maurienne Vanoise im Tal des Arc in den französischen Alpen Viehwirtschaft. Um die Synergien besser zu nutzen, hat er ein Ensemble von Ställen gebaut, das ausserhalb des Dorfes Bonneval-sur-Arc im Talboden neben dem Fluss liegt. Die neun Ställe sind um eine zentrale Achse gruppiert. Sie stehen auf einem Betonsockel, darüber sind sie aus natürlich belassenem, lokalem Holz konstruiert und verkleidet. Die begrünten Schrägdächer binden die Bauten unauffällig in die Landschaft ein. Richtung Hang verschwinden sie hinter einem Wall, der aufgeschüttet wurde, um die Anlage vor Lawinen zu schützen. Der Verband vermietet die Ställe den Bauern für neunzig Jahre. Sie installieren darin ihre eigenen Melkmaschinen. So bleiben sie unabhängig, profitieren aber von der Nähe zu den anderen Landwirten, mit denen sie die Infrastruktur teilen. Die Produktion ist nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch und tierfreundlich: Die Rinder und Schafe können sich im Stall frei bewegen. Die Abwärme der frischen Milch und der Exkremente wird genutzt, um das Wasser zu erwärmen, das die Tiere trinken. Das Projekt ist ein vorbildliches Beispiel für eine moderne Alplandwirtschaft. Es zeigt, wie die Bauern gemeinsam einen Weg in die Zukunft bauen können und dabei der Landschaft Sorge tragen.

~ Andres Herzog / Hochparterre

Neun neue Aufzuchtställe, 2012 / Les Glières, F-Bonneval-sur-Arc
Bauherrschaft: Communauté de Communes de Haute Maurienne Vanoise
Architektur: Fabriques Architectures Paysages, Fourneaux
Auftragsart: Wettbewerb, 2008
Baukosten: 6.5 Mio. EUR

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