Auszeichnungen für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen

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Die Schweiz und Liechtenstein haben am 30. Oktober 2015 mit «Constructive Alps 2015» den Architekturpreis für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen verliehen. Aus 350 Eingaben kürte eine internationale Jury die Preisträger. Die drei erstplatzierten Bauten stammen aus dem Bregenzerwald in Österreich, aus dem schweizerischen Valendas und aus Comano Terme in Italien.

Die Schweiz und Liechtenstein haben den Wettbewerb «Constructive Alps» zum dritten Mal durchgeführt. Ausgezeichnet werden Gebäude in den Alpen, die sowohl in ästhetischer als auch in nachhaltiger Hinsicht überzeugen. Von 350 Eingaben erhielten zwölf Sanierungen und Neubauten einen Preis oder eine Auszeichnung zugesprochen. Die Architektinnen und Architekten der prämierten Gebäude gingen unter anderem sorgsam mit dem Boden, dem baulichem Erbe und den Technologien um. «Es gibt den vernünftig gebauten Tourismus und es gibt Zuversicht für die Berglandwirtschaft», sagte Köbi Gantenbein, Präsident der Jury, anlässlich der heutigen Preisverleihung im Alpinen Museum in Bern. «Die Jury begrüsst das Weiterbauen am Dorf als bedeutsamen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Es steht in den Alpen schon viel Gebautes herum, das klug anders genutzt und weiter gebraucht werden kann.» Die Preissumme von 50 000 Euro teilen sich ein Neubau aus Österreich, zwei Bauten aus der Schweiz und ein Neubau aus Italien. Acht weitere Gebäude erhielten als besondere Wertschätzung der Jury eine Anerkennung.

Erster Preis: ein Zentrum für das Dorf

Pfarrhaus Krumbach (c) Adolf Bereuter
Pfarrhaus Krumbach (c) Adolf Bereuter

Das neu gebaute Pfarrhaus Krumbach im Bregenzerwald (A) bietet Wohnraum bei wenig Flächenverbrauch und belebt das Dorf als Kultur- und Gemeindezentrum. Es führt lebhaft vor Augen, dass Nachhaltigkeit kein leeres Wort ist: Das ist Haus am Nahwärmenetz angeschlossen, dessen Energie aus Hackgut stammt. Baukünstlerisch auf hohem Niveau, fügt es sich ausgezeichnet in den Kontext von Kirche und Dorfplatz ein. Sozial leistet es einen Beitrag für die Dorfgemeinschaft, die hier proben, singen und tagen kann.

 

 

 

Zweiter Preis: die Renaissance des Dorfes

Gasthaus am Brunnen, Valendas (c) Gion A. Caminada
Gasthaus am Brunnen, Valendas (c) Gion A. Caminada
Türalihus, Valendas (c) Capaul, Blumenthal
Türalihus, Valendas (c) Laura Egger

Das Türalihus und das benachbarte Gasthaus am Brunnen, zwei historische Bauwerke im Zentrum von Valendas im Bündner Vorderrheintal, teilen sich den zweiten Preis. Viele Bauten von Dorfkernen in den Alpen stehen leer und verfallen. Die beiden Projekte in Valendas dagegen zeigen mustergültig, wie man wieder Leben in Dorfzentren bringt. Sie stehen auch dafür, wie nachhaltiger Tourismus, gesellschaftliches Leben im Dorf und die Pflege des historischen Erbes zusammengehen und einander stärken können. Die Umbauten gehen behutsam mit dem Bestand um und fügen diesen mit dem Neuen zu einem stimmigen Ganzen, das die Geschichte wahrt.

 

Dritter Preis: Landwirtschaft gepaart mit Tourismus

Casa Riga (c) Davide Cornacchio
Casa Riga (c) Davide Cornacchio

Die Casa Riga in Comano Terme, einem kleinen Dorf im Trentino (I), ist in der Landschaft beinahe nur als schmale Linie sichtbar. Obwohl sich der Bau teilweise im Erdboden befindet, bietet das Haus Feriengästen des Agrobetriebs viel Aussicht auf die Umgebung. Dies erlaubt, den ökologischen Fussabdruck klein zu halten. Die Holzkonstruktion sorgt für ein gutes Raumklima. Die Gäste können Landwirtschaft vor der Haustür erleben.

 

 

 

 

Anerkennungen

  • Refuge de l’Aigle, La Grave/FR
  • Zone agricole, Bonneval sur Arc/FR
  • Stalla Madulain, CH
  • Solares Direktgewinnhaus, Zweisimmen/CH
  • Kindergarten Muntlix, AT
  • Illwerke Zentrum Montafon, Vandans/AT
  • Casa Alfio, Montecrestese/IT
  • Planina Laška s, Tolmin/SL

Die ausgezeichneten Projekte und weitere 20 Projekte, die für die zweite Runde des Preises «Constructive Alps» nominiert wurden, werden vom 31.10.2015 bis 10.1.2016 im Alpinen Museum der Schweiz in Bern gezeigt. Die Projekte werde in einer Sondernummer der Architekturzeitschrift «Hochparterre» vorgestellt.

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«Constructive Alps»

Die Schweiz und Liechtenstein vergeben gemeinsam den «Internationalen Preis für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen, Constructive Alps». Die Universität Liechtenstein unterstützt die Jury bei der Prüfung der Objekte. Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA begleitet «Constructive Alps» fachlich und organisatorisch.

Alpenkonvention und Klimaaktionsplan

«Constructive Alps 2015» ist ein Beitrag der Schweiz und Liechtensteins zur Umsetzung der Alpenkonvention und des Klimaaktionsplans. Die Alpenkonvention ist weltweit das erste völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen für die nachhaltige Entwicklung einer Bergregion. Die acht Alpenstaaten und die Europäische Union haben einen Klimaaktionsplan verabschiedet, wonach die Alpen Modellregion für eine Abschwächung des Klimawandels und die Anpassung daran werden sollen.

Kontakt

Köbi Gantenbein, Präsident der Jury, Tel. +41 79 203 15 21; E-mail: gantenbein@hochparterre.ch

Silvia Jost, Leiterin Stabsstelle Internationales, Bundesamt für Raumentwicklung ARE, Tel. +41 58 462 06 25

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